Zentrale Intelligenz Agentur

In Bed We Trust

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24.07.2005 | 15:24

Nächstes großes Ding: Riesenmaschine

Wie in jedem Sommerloch, so auch in diesem hat die Zentrale Intelligenz Agentur ungenutzte und an brandenburgischen Seen herumliegende Human-Ressourcen genutzt, um ein selbstgeneriertes Projekt in die Welt zu stemmen.



Diesmal ist es ein kollektives Blog unter der Adresse riesenmaschine.de geworden, das im Geiste der traditionsreichen Buchreihe "Das neue Universum", die leider nach über hundertjährigem Bestehen irgendwann im letzten Jahrtausend eingestellt wurde, "die interessantesten Entdeckungen und Erfindungen auf allen Gebieten" versammelt und kritisch bis wohlwollend kommentiert. Hier erstatten Agenten, Inoffizielle Mitarbeiter und eingeladene Beiträger aus allen Ecken der Welt Bericht vom jeweiligen Stand des geistigen, kulturellen und warenförmigen Fortschritts.



Dass die Idee schon eine ganze Weile im Äther herumlungerte, bevor sie sich nun immateriell materialisiert hat, belegt eine ziemlich auf den Tag genau zehn Jahre alte Seite aus dem seinerzeit von ZIA-Grafiker Martin Baaske, mir und anderen betriebenen Fanzine "Luke & Trooke", in dem übrigens auch die ZIA erstmals aktenkundig erwähnt wird, lange bevor es sie in der sogenannten Wirklichkeit gab. Daraus ergibt sich auch der Fahrplan für die kommenden Jahre: An den noch ausstehenden Projekten "Spegma! Communication Design" und "Mogul Media Consulting" werden wir uns dann also voraussichtlich in den Sommern 2006 und 2007 abarbeiten.


29.06.2005 | 13:21

Merkel in Orange

Geschichtsschreibung wiederholt sich nicht, sondern muss stets neu und nach Maßgabe der aktuellen Deutungsmuster erfunden werden. »Die Marke Hitler« lautete kürzlich der Titel eines Spiegel-Beitrags, der sich der Propagandaschlacht im Zweiten Weltkrieg widmete und dem aktuellen Trend Rechnung trug, Politik durch die Brille des Marketing zu interpretieren.

Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Mediatisierung der Politik nicht erst im September 1960 begann, als in den USA der Präsidentschaftskandidat Richard Nixon bei einem Fernsehduell ungeschminkt, schlecht rasiert und in einem unvorteilhaften braunen Anzug gegen seinen strahlenden Konkurrenten John F. Kennedy einbrach. Und dass das Spindoctoring keineswegs eine Erfindung der dekadenten US-Amerikaner ist. Der Spiegel bezeichnete vielmehr Joseph Goebbels als »so etwas wie den ersten Spindoctor«: »Von den Kommunisten hatte er die aufpeitschende Macht der Slogans und die Wirkung von Aufmärschen gelernt. Von den Limonadenbrauern aus Atlanta, dass Werbung alle Lebensbereiche ergreifen, dass sie total sein muss. Was die Propaganda betrifft, war Goebbels ein Kind von Marx und Coca-Cola.«

So gesehen ist politisches Marketing eine deutsche Spezialität, auch wenn in der Nachkriegszeit gewisse Vorbehalte gegen allzu augenfällige Ästhetisierungen des Politischen gehegt wurden. Vielleicht als Reflex auf die eigene Anfälligkeit für Charismatiker wird vom deutschen Wahlvolk immer noch die »Authentizität« – als ob es sie geben könnte! – als entscheidendes Kriterium genannt, wenn es Politiker zu beurteilen gilt. Und deshalb gewinnt hierzulande, sofern nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt, der Kandidat, dessen Inszenierung von Authentizität am professionellsten, glaubwürdigsten und zeitgemäßesten ausfällt. (...)

Mehr zum bevorstehenden Wahlkampf in der aktuellen Jungle World.


26.06.2005 | 20:00

Bachmann 2005 – ZIA steigt auf

Letztes Jahr Publikumspreis, dieses Jahr immerhin schon Ernst-Willner-Preis: Herzlichen Glückwunsch, Natalie Balkow! Herzlichen Glückwunsch, ZIA! Nächstes Jahr gehört uns der Preis der Jury oder der 3sat-Preis, und schon 2007 oder 2008 die ganze Welt bzw. der Bachmannpreis, so viel ist sicher.


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