Nachdem im letzten Jahr ZIA IM Wolfgang Herrndorf mit seinem Vortrag beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb in Klagenfurt überzeugen und den Publikumspreis abräumen konnte, wird in diesem Jahr ZIA IM Natalie Balkow mit von der Partie sein.
Das diesjährige Wettlesen findet vom 22. bis 26.6. statt und wird live auf 3SAT übertragen. Wir wünschen viel Erfolg!
Am Mittwoch, den 29.6. wird Nathalie Balkow außerdem Gast der Berlin Bunny Lectures sein, die eine Nachbereitung des Bachmann-Wettbewerbs zum Thema haben wird.
An der Börse ist die "Milchmädchenhausse", bei der jeder Vollidiot denkt, noch eine sichere Mark machen zu können, sicheres Indiz für das unmittelbar bevorstehende Platzen der Blase. Wenn man neuerdings andauernd mails wie die folgende erhält, ahnt man, dass es auch mit dem China-Boom bald ein Ende haben könnte:
*Betr: China Markt eingreifen*
Ich bin Herr Lin aus China .Obwohl in Zeitung oder in Fernsehen koennen Sie die Nachrichten erhalten : Deutschland sind die Export-Meister der Welt seit drei Jahren .In China haben wir auch gesehen ,dass viele deutsche Firma die Produckte nach China geliefert haben .Und die Volumen von beide Laender-Haendel nehmen in jeden Jahren fast immer 30% bis 40% zu . Und die Tendenz ist immer besser . Und natürlich viele ausl?ndliche Firma glauben , dass es eine gut Chance ist . Als kleine einzelne Leute moechte ich dabei auch eine kleine Rolle spielen .Deswegen habe ich die Info . ueber die grosse chinesische Importure und Maschine-Haendler gesammelt . Diese Information sind inclusive : Firma Name ,Anschrift ,Internet (teils),Ansprechen-Partner ,Email ,Fax ,Tel ect. Diese kann man nicht einfach in Google oder web finden ,weil es viele wichtig Info.nur auf Chinesisch geschrieben ,und manche falsche Info.koennen Sie schwere bemerken . Vielleicht haben Sie Interresse mit chin. Markt ,oder moechten Sie mehr Chance in China ergreifen .Wenn Sie Info. Von 100 Elite Firmen brauchen ,kosten Sie 99 Euro , 300 Firmen mit 199 Euro . Ich wuensche Ihnen viel Glueck bei Ihre Geschaefte und Ihre Firma viel Erfolg!
"Wir fahren nach Kopenhagen und halten einen Vortrag über Streetart, weil VW dort ein neues Auto vorstellt." Dieser auf den ersten Blick wenig plausible Satz, wird verständlicher, wenn man sich ein wenig mit den Hintergründen des "Project Fox" beschäftigt: Zur Einführung des in Brasilien entstandenen neuen Kleinwagens Fox, der mit konsequenter Reduktion aufs Wesentliche und einem Preis von unter 10.000 Euro zum ersten Mal seit langem wieder ein richtiger Volkswagen ist, wollte VW neue Wege der Produktpräsentation beschreiten. Üblicherweise werden zu solchen Anlässen keine Kosten gescheut, die eingeflogenen Journalisten nach Strich und Faden rund um die Uhr auf Fünf-Sterne-Niveau zu pampern, auf dass die Berichterstattung wohlwollend ausfallen möge.
Statt dessen ließ VW internationale Streetart-Künstler ein traditionsreiches Hotel im Zentrum Kopenhagens komplett renovieren. Das Catering übernahmen Aspiranten eines Chefkoch-Contests. Im Studio Fox waren Autos von Streetart-Künstlern redesignt worden, und um das Ganze auch theoretisch zu unterfüttern, fand dort an zwei Wochenenden die Fox Academy statt, zu der auch ZIA-Resident-Designer Martin Baaske, Graffiti-Writer der ersten Stunde, und Holm Friebe geladen waren. Vor allem waren mit ESPO, ASH, TheLondonPolice, Nomad, Akim, D*Face und etlichen weiteren die geheimen Stars der lebendigen und international gut verzahnten Streetart-Szene geladen.
Was soll man sagen? Es war ein sehr instruktives Wochenende, nicht zuletzt durch die leicht paradoxe Situation, im Rahmen eines – ja, letztlich doch – Marketing-Events Fragen von repressiver Toleranz, Legalität, Illegalität und Instrumentalisierung zu verhandeln. Es gab bizarre Momente, etwa wenn nächtens die Projektleitung ausrücken musste, um die Fassade des Hotels von Parolen zu säubern, die sich uneinverstanden mit dem gesamten Projekt zeigten. Oder wenn, kurz nachdem VW-Personalvorstand Peter Hartz mit einer Delegation das Studio Fox besuchte, der begnadete Hamburger Freestyler "Mad Maximum" ebendort über "geile Autos" im Kontext von Hartz I-IV abging. Aber vielleicht ist gerade das eine neue Qualität im Marketing: Widersprüche zuzulassen und nicht immer alles unter Kontrolle zu haben. Wir sind jedenfalls gespannt, ob das Interesse von VW an einer vibrierenden und zunehmend von öffentlicher Repression bedrohten Künstler-Szene in eine echte Unterstützung mündet, oder ob es bei dem episodischen Zusammenspiel bleibt.
Zum Project Fox Vortrag "Citybranding vs. Streetart" als PDF-Download




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