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Arbeit in Fortschritt
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06.10.2004 | 12:54 Rolltreppe abwärtsDie Hauptstadtzeitungen boten dieser Tage Kurioses: Neben sich zuspitzenden Hiobsbotschaften über den zerberstenden Karstadt-Quelle-Konzern waren fröhliche Anzeigen geschaltet, die auf das 75jährige Jubiläum von Karstadt am Hermannplatz aufmerksam machten und mit preisreduzierter "hochwertiger Satin-Bettwäsche-Garnitur" und "vielen weiteren tollen Angeboten" zum Mitfeiern einluden. Eben jenes Kaufhaus, das wie kein zweites von verblichener Größe und Glanz des Konzerns kündet und bei seiner Eröffnung im Jahr 1927 als das modernste Europas galt. Zur Hauptattraktion des neunstöckigen Baus wurden neben der integrierten Badeanstalt und dem Dachgarten die 24 Rolltreppen, die damals alle aufwärts fuhren und erst eine Stunde vor Geschäftsschluss die Richtung wechselten. Es fällt schwer, dahinter keine symbolische Dimension zu erkennen. Karstadt am Herrmannplatz war die Stein gewordene Utopie des Urbanen, die in Deutschland erst in der Zwischenkriegszeit ihren Höhepunkt fand. Nicht umsonst wurden die nächtlich beleuchteten Kaufhausfassaden die Ikone der Weimarer Republik schlechthin. In New York, London und Paris waren derartige Einrichtungen schon früh im 19. Jahrhundert als Alternative zu Wochenmärkten und Spezialgeschäften entstanden ... 22.09.2004 | 16:51 Die Jugend von heuteAm 29. September wird der von uns hoch geschätzte Autor und selbsternannte Erfinder der Popliteratur Joachim Lottmann zu Gast bei den Berlin Bunny Lectures sein, die sich diesmal dem Thema "Die Jugend von heute" widmen, und dort seinen mit viel Spannung erwarteten neuen Roman vorstellen, der bei Kiepenheuer & Witsch erscheint und zufälligerweise genau so heißt. Schon heute sind Auszüge aus "Die Jugend von heute" als Dossier in der Jungle World zu lesen. 05.08.2004 | 14:47 StadtsträndeVor 30 Jahren dekretierten die Frankfurter Spontis, dass sich unter dem Pflaster ja wohl der Strand befände, den es freizulegen gälte, und benannten sogar ein Zeitung nach dieser Idee. Von realem Strand war damals aber weder in Frankfurt noch in sonst einer Großstadt etwas zu sehen. Vielmehr handelte es sich dabei um eine Metapher, ein Desiderat, beziehungsweise genau genommen um eine sogenannte Utopie. Der Begriff Utopie stammt von griechisch: ou (="kein") bzw. eu (="gut") und topos (="Ort") und heißt damit so viel wie "Nichtort" beziehungsweise "guter Ort". Womit nicht gesagt sein soll, dass nur ein nicht vorhandener Ort ein guter Ort sein kann und umgekehrt. Oft ist es aber eben doch so, dass sich eine schöne Idee blamiert, sobald sie auf die Realität stößt. |
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