Zentrale Intelligenz Agentur

Dreifacher Wortwert

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14.12.2003 | 23:39

My first Firma

Der Vermittlungsaustausch des Bundestages tagte nicht mal einen Kilometer Luftlinie entfernt, als heute in einem Hinterraum des Literaturcafés Eggers & Landwehr der ZIA-Gesellschaftsvertrag unterschrieben wurde. Lange war fraglich, ob eine Einigung über diesen Vertrag und die angestrebte Gesellschaftsform (Kapitalismus? Kommunismus? Dritter Weg?) zu erzielen wäre. Gegen 17 Uhr MEZ war es dann soweit. Die erfolgreiche Vertragsunterzeichnung wurde anschließend stilgemäß beim Vietnamesen "My Hanoi" mit Gecko-Seepferdchen-Schnaps begossen, von dem allerdings abgeraten werden muss...


12.11.2003 | 13:06

Breaking News: +++ ZIA setzt erstmals Fahrradkurier ein +++

Die Zentrale Intelligenz Agentur hat heute für den innerbetrieblichen Austausch von Arbeitsmaterialien erstmals einen Fahrradkurier eingesetzt. Notwendig wurde diese Maßnahme, da die neue Agenturpolitik anscheinend vorsieht, Deadlines erst wenige Stunden, bevor sie akut werden, zu realisieren ("Just in time"). Agentin Passig zu dem mutigen Schritt: "Ich kam mir ein bisschen bescheuert vor, aber es fühlte sich unglaublich professionell an." Gerüchte über einen bevorstehenden Börsengang werden dennoch energisch dementiert.


15.10.2003 | 01:05

Der Schläfer in der Wüste

Seit Anfang August erscheint in der Wochenzeitung "Jungle World" anonym der Kolumnenroman "Sleeper Cell", dessen Protagonist Woche für Woche aus seinem Versteck in der kalifornischen Wüste Meldung ans Hauptquartier erstattet und im Auftrag ominöser Hintermänner das amerikanische Militär und/oder Außerirdische beobachtet.
Zugleich stellt der Erzähler von "Sleeper Cell" präzise bis delirante Beobachtungen und Reflexionen über die Psychogeographie der kalifornischen Wüste mit ihren militärischen Übungsplätzen, Ufo-Spinnnern, Hippies und Konzeptkünstlern an – eine Wüste von der Baudrillard einmal sagte, dass sie einen "von jeglicher Tiefe erlöst und eine glänzende, mobile und oberflächliche Neutralität, einen äußeren Hyperspace ohne Ursprung und ohne Referenzpunkte darstellt".
Dies und die in den Text eingestreuten Invektiven gegen den deutschen Feuilleton- und Magazinjournalismus, der nach der Austreibung des Borderline-Virus uninspiriert vor sich hindümpele, ließen einen Verdacht aufkeimen: Könnte es sein, dass sich hinter dem Anonymus von "Sleeper Cell" der Schweizer Journalist Tom Kummer verbirgt, der seit dem Skandal vor drei Jahren um seine nicht hundertprozentig authentischen Promi-Interviews für das SZ-Magazin von der Bildfläche der deutschen Medien verschwunden ist?
Wir fragten nach und freuen uns, dass wir mit Tom Kummer ein Interview über "Sleeper Cell" und sein Leben zwischen L.A. und der "choreographierten Wirklichkeit" in der Wüste führen konnten, das jetzt in einer stark gekürzten Fassung in der Berliner Zeitung erschienen ist.
Sleeper Cell – Pilotfolge
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