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Schweigender Glamour
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Die letzte lange Nacht der PopliteraturJoachim Lottmann wird 45 und nimmt seinen Abschied als Popautor. Fotos:
Presse: Dem Leben den Hintern zeigen (Jochen Förster, Welt) Die letzte lange Nacht der Popliteratur: Joachim Lottmans erster Roman "Mai, Juni, Juli" von 1987, der kürzlich bei Kiepenheuer und Witsch wieder aufgelegt wurde, gilt als erster deutscher Poproman. Jetzt, am, Vorabend seines 45. Geburtstags, kündigt Joachim Lottmann an: "Nie wieder 44! Nie wieder Pop-Autor!" Als Begründung führt der Autor an: "Der Spagat zwischen jungen Menschen und mir ist mittlerweile zu groß geworden, sodass es durchaus Sinn macht, nunmehr ein Seniorenprogramm aufzulegen." Andere Schriftsteller hätten sich da längst klammheimlich aus der Affäre gezogen. Das ist Lottmanns Sache nicht. Anlässlich dieses Datums findet deshalb am 19. Juli 2003 im Kurvenstar "Die letzte lange Nacht der Popliteratur". Es lesen Sven Lager, Wolfgang Herrndorf und Tex Rubinowitz; außerdem stellt Joachim Lottmann erstmals Teile aus seinem neuen Roman "Frauen in Freiheit" vor, den er als sein "Vermächtnis als Popautor" bezeichnet: "Es sind die letzten Seiten, die ich an Popliteratur noch geschrieben habe." Zum Inhalt sagt er: "Das ist die Zusammenfassung von dem, was ich hier in und um meine Wohnung im denkmalgeschützten Kurvenstarhaus herum erlebt habe. Es geht darin um einen neuen Frauentypus, der in Berlin Mitte anzutreffen ist: unabhängige, gut aussehende Frauen zwischen zwanzig und dreißig, die nicht angestellt sind, weil es keine Jobs gibt. Sie haben aus der Not eine Tugend gemacht. Sie würden sich auch niemals anstellen lassen, weil eine Anstellung natürlich bedeutet: versklavt werden und Befehle entgegen nehmen müssen. Das wäre unvereinbar mit ihrem großen Freiheitsgefühl und Freiheitserleben." Musik mit Kerstin Grether, Jörn Morisse und Dr. Lore. Zur Person: Joachim Lottmann, Jahrgang 1958, geboren in Hamburg, lebt in Berlin Mitte, schrieb und schreibt als Autor unter anderem für Spiegel, Max, Tempo, taz und Süddeutsche Zeitung. In seiner Wohnung am Hackeschen Markt lagern nach eigenen Angaben noch 37 unveröffentlichte Romane. Lottmanns Prosa, wie auch seine journalistischen Arbeiten sind stets gekennzeichnet durch eine schonungslose Unmittelbarkeit, mit der Erlebtes in Literatur umgewandelt wird. In den beiden bisher erschienen Romanen "Mai, Juni, Juli" und "Deutsche Einheit" betätigte er sich als sozialer Stuntman, der die Kölner Kunstszene aufmischt oder durch das Kennenlernen von Ostfrauen die Wiedervereinigung vorantreiben will. Sein dritter Roman "Frauen in Freiheit" erscheint im Herbst bei Kiepenheuer und Witsch. |
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