Zentrale Intelligenz Agentur

Und der Herr ernährt sie doch

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Alle Kontaktdaten der ZIA finden Sie unter Adressen. Ansprechpartner für Pressearbeit ist Jörn Morisse (morisse@zentrale-intelligenz-agentur.de, Tel +49 (0)30 44 81 782). Für Terminankündigungen etc. können Sie sich in unseren Mailverteiler eintragen lassen oder einen Blick in den Veranstaltungskalender der ZIA werfen.

SLOW CAPITALISM: I. Slime Economy (New York)


Slow-Capitalism-Logo zum Download (PDF)
English Press Release (PDF)
Berichte und Fotos

Ein Kapitalismus auf Speed hat die Welt in die größte Krise des Jahrhunderts geritten. Ist es Zeit für einen neuen "Slow Capitalism"? Am 29. und 30. Mai 2009 wird die Zentrale Intelligenz Agentur auf Einladung des Goethe-Instituts in New York ihr Konzept eines Kapitalismus mit menschlicher Taktung entlang der Themenfelder Design, DIY und Ökonomie vorstellen. "Slow Capitalism" ist keine simple Gegenbewegung der Entschleunigung - anstatt sich den Realitäten der zunehmenden Zeitverdichtung durch globale Vernetzung zu entziehen, geht es darum, ihre Möglichkeiten für ein anderes Zeitregime produktiv zu machen. Agenten der ZIA untersuchen in einer Reihe von Veranstaltungen die Bedingungen und Auswirkungen der totalen temporalen Mobilmachung und experimentieren mit unterschiedlichen Gegenstrategien. Als symbolische Klammer fungiert dabei die temporäre Derivatwährung Slime, die den Re-Entry transportabler Macht aus der Sphäre des Virtuellen unter dem Vorzeichen einer insgesamt visköseren Realität markiert.

Freitag, 29. Mai 2009, 19.00 Uhr: Faster, Capitalism! Kill! Kill!
1) The Hedonistic Company
2) Powerpoint Karaoke

Samstag, 30. Mai 2009, 15.00 - 18.00 Uhr: Der Wörkvergnugen
Samstag, 30. Mai 2009, 19.00 Uhr: Slow Capitalism
1) Putting the Pro into Procrastination
2) Marke Eigenbau
3) Hallenprojekt: Connecting coworking spaces in Berlin and around the world

Ort:
Goethe-Institut New York, Wyoming Building, 5 E 3rd St, New York, NY 10003

Presse über das 9to5.Wir nennen es Arbeit - Festival-Camp

Auf gesonderter Seite

Presse zu Onkel Milgrams Open Mike

Makabres Theater in der Kulturbrauerei. Schlechte Gedichte werden mit Stromstößen bestraft (BZ, 29.08.2006)

Hoden aus Stahl. Folter-Lesung in Berlin (Hendryk M. Broder, Spiegel Online, 31.08.2006): "Die Spaßgesellschaft liegt in den letzten Zügen: sie zuckt noch ein wenig, aber nur wenn ihr Strömstöße verpasst werden."

Reimen gefährdet die Gesundheit! Stromschläge für schlechte Dichter (Frank Richter, Berliner Kurier, 01.09.2006): "Die genial-verrückten Macher der ausgeflippten Kultur-Szene sorgten wieder mal für einen tollen Abend in der Kulturbrauerei."

Bei Anruf Stromstoß(Sandra Stalinski, Tagesspiegel, 01.09.2006): "Marius Meller, inoffizieller Mitarbeiter der Zentralen Intelligenz Agentur hält mit seinem Jugendwerk 'Unser Turnverein' am längsten durch: bis 18 Milliampere."

Das heitere Autoren-Quälen (Brigitte Preissler, Berliner Zeitung, 01.09.2006): "Klaus Cäsar hat wahrscheinlich gar nichts gepürt. Die Stromstöße, die ihm über zwei Elektroden an seinem rechten Unterarm verabreicht wurden, können ihn höchstens sanft gekitzelt haben."

Lesen bei minus 12 Ampere (Andreas Becker, taz, 01.09.2006): "Ein herrlicher Abend der Verwirrungsstiftung."

Presse über die ZIA

Du musst das wollen (Peter Laudenbach, brand eins 01/2007, S.79): "Die 'Zentrale Intelligenz Agentur' (ZIA), die Friebe vor vier Jahren mit Jörn Morisse und Kathrin Passig gegründet hat, ist eine prächtige Selbstvermarktungsmaschine. Bevor sie die eigene Firma mit Boheme-Appeal gründeten, hatten die drei alle möglichen Jobs in der Medien-Industrie. [...] Anfangs war ihre Agentur ZIA eher eine Behauptung. Firmen-Büros gibt es bis heute nicht, es ist eine 'ortlose Agentur', wie Passig sagt. Letztlich funktioniert die ZIA ähnlich wie das Supalife-Imperium als Produzenten-Netzwerk. Außerdem ist es eine Art smarter Bluff, der die Renommierspiele der Geschäftswelt parodiert. [...] Und es funktioniert, weil sich die Menschen Strukturen schaffen, in denen sie ihre Fähigkeiten optimal einsetzen können. Das ist kein neuer, digital verzauberter Kapitalismus, aber es ist eine menschenfreundliche Nische, von der alle lernen können: Menschen wie Unternehmen. Vor allem aber: Menschen, die etwas unternehmen wollen."

Generation Praktikum (Julia Bonstein / Merlind Theile, Spiegel 31/2006, S. 55): "Die Festanstellung, das fristlose Dasein mit Bürostuhlgarantie - Sascha Lobo, 31, und Holm Friebe, 33, haben sich dazu entschlossen, das alles 'völlig überbewertet' zu finden, 'weil in das System sowieso keiner mehr reinkommt'. Die beiden haben in Berlin eine Gruppe von freien Werbern, Journalisten und Web-affinen Kreativen um sich geschart und ein 'kapitalistisch-sozialistisches Joint Venture' gegründet: die Zentrale Intelligenz Agentur (ZIA). Das klingt nach Programm, Provokation und Schaumschlägerei, und ein bisschen ist die Sache wohl auch so gemeint. (...) Durchaus ernst genommen werden die Agenten der ZIA mittlerweile von etablierten Jurys im Kulturbetrieb. Die ZIA-Agentin und Autorin Kathrin Passig gewann gerade in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis, das Weblog 'Riesenmaschine', das die Agenten um Lobo und Friebe gemeinsam betreiben, überzeugte die Juroren in Marl und erhielt den Grimme Online Award. Für die Zentral-Intelligenten läuft das Leben jenseits des Angestelltendaseins derzeit also gut, und da passt es, dass Lobo und Friebe jetzt 'die digitale Boheme' ausrufen. 'Wir nennen es Arbeit' heißt das im Herbst erscheinende Buch, das nun ebenfalls zum Lebensunterhalt beitragen soll."
Korrektur: Sascha Lobo war an der Gründung der Zentralen Intelligenz Agentur unbeteiligt.

"Amüsement und große Verwunderung" (Katja Schlesinger, Interview mit Max Hiller, Deutschlandradio Kultur, 21.7.2006)

"Agentin Passig hat ihre Mission erfüllt" - Eine Unterwanderung des Literaturbetriebs (Miriam Böttger, ZDF aspekte, 14.7.2006)

unterm strich (taz, 11.7.2006)
Korrekturen: Kathrin Passig, Holm Friebe und die ZIA hatten nie "ein schickes doppelstöckiges Büro", aus dem sie "kurze Zeit später" aus New-Economy-Gründen "auch schon wieder ausziehen mussten".

Kulturelles Partisanentum - der Fall Passig (Wieland Freund, Deutschlandfunk, 8.7.2006): "Also, hätte die ZIA nicht auf die Website geschrieben 'Mission erfüllt', hätte ja keiner bemerkt, dass die Jury des Bachmannpreises hier hochgenommen worden ist. Das heißt also, das ist eine Ironie, die Ähnliches produziert, die das Gleiche macht, was alle machen, aber sagt: Wir meinen es nicht so. Die Frage ist: Ist das nicht im Grunde genommen eine Form von Feigheit?"
So, Herr Hindemith, der Wanderpreis "Wirrnis in der Bachmannpreis-Berichterstattung" geht jetzt leider an Wieland Freund über.

Außerbetriebliche Affirmation (Elmar Krekeler, Welt, 7.7.2006, in gekürzter Fassung zweitverwertet unter dem Titel Ich bin kein Trojanisches Pferd in der Berliner Morgenpost vom 12.7.2006)

Zielgruppe Jury (Elmar Krekeler, Welt, 7.7.2006)

Agentenpoesie im Dienste der Jury (Wilhelm Hindemith, Deutschlandfunk, 6.7.2006)
Korrekturen: Die ZIA konnte nicht "schon im Vorjahr den Publikumspreis einheimsen". Wolfgang Herrndorf erhielt 2004 den Publikumspreis, Natalie Balkow 2005 den Ernst-Willner-Preis. Die "Textcollage, wie sie im Computer ohne subjektive Empfindungs-Anteile rein-technisch herstellbar ist", hat in Wirklichkeit ganz schön viel Mühe und Arbeit gekostet. "Die Literatur von heute - nichts als Erlebnisschrott, sagt ein anderer IM der Bande." - dieses Zitat ist vermutlich dem FAZ-Beitrag von Harald Staun entnommen und aus dem Zusammenhang gerissen, denn der IM der Bande hatte sich lediglich gegen Erlebnisschrott in der deutschen Bloglandschaft gewandt. Was hier passierte, ist wohl eher nicht "der Nachweis, dass was die Verlage und die Kritik als einmalig subjektiv und individuell anpreisen, in Wahrheit serienweise zu reproduzieren ist", also wirklich, Herr Hindemith, das ist ja reiner Quatsch. "Kathrin Passig erzählte, dass der Bachmann-Preis für sie schon immer ein großer Spaß war, dem sie sich am liebsten aus der Perspektive von 'Waldorf & Stadler', der beiden Alten aus der Muppet Show, genähert hat." "Schon immer" ist frei erfunden, das restliche Zitat mitsamt dem falsch geschriebenen Statler hat Herr Hindemith bei Harald Staun entwendet, aber es ist wenigstens nicht ganz falsch. Was hier fehlt, ist nur der Hinweis, dass Waldorf und Statler trotz ihres Gemaules ("it's like some kind of torture to have to watch the show") der Muppet Show mit Begeisterung folgen. Genau wie das Internetforum Höfliche Paparazzi, von dem in dem Zitat nämlich eigentlich die Rede war, den Tagen der Deutschsprachigen Literatur.

Im Auftrag der Intelligenz (Tanja Festor, HNA online, 6.7.2006): "Spätestens seit Kathrin Passig, Agentin für 'Taktik, Technik und Theorie', vor wenigen Tagen mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde, ist auch die Agentur in aller Munde. Und im Kreuzfeuer der Kritiker. Die ZIA versuche, den Preis zu unterwandern, hieß es. Holm Friebe kann sich darüber nur wundern: 'Wenn man etwas besser macht als die anderen - und zwar dem Reglement gemäß - worin besteht dann die Unterwanderung?'"

Wo kommt das alles plötzlich her? (Holm Friebe, zitty, 6.7.2006): "Ich erinnere mich, wie Kathrin im Kinderzimmer der Wohnung eines Züricher Freundes ... auf dem Fußboden saß, und mit Tesafilm und einer Kinderschere den in Streifen geschnittenen Text in Reihenfolge brachte - das Netzteil ihres Laptops passte nicht in Schweizer Steckdosen. Ich kannte den Text bis zur Lesung nicht, aber als ich sie dort angestrengt basteln sah, wusste ich, dass er gut werden würde. Entgegen anders lautenden Verschwörungstheorien hatte die ZIA als solche mit alledem nichts zu tun, wohl aber mit dem Vorstellungsvideo."
Anmerkung: Der zitty-Beitrag enthält das einzige Preisträgerinnennacktfoto der Klagenfurt-Berichterstattung.

Das ist der Spiritus! (Michael Freund, Der Standard, 5.7.2006): "Aber selbst wenn eine gut eingefädelte kollektive Strategie zum Sieg im Süden verholfen haben soll - was ziemlich unwahrscheinlich klingt -, die sprachliche Leistung ist unbestritten."
Korrekturen: Die Berliner Zeitung hat nicht "die Netzkolumne" übernommen, "Das nächste große Ding" ist eine ganz andere Kolumne als "Strübel und Passig". Passig schreibt nicht am "Lexikon des unbekannten Wissens", sondern zusammen mit Aleks Scholz am "Lexikon des Unwissens".

Virus im Betriebssystem der Literatur (Wieland Freund, Die Welt, 5.7.2006): "Die Tage der deutschsprachigen Literatur, besser bekannt unter ihrem Rufnamen Ingeborg-Bachmann-Preis, sind um eine Anekdote reicher. Einst schlitzte sich Rainald Goetz in Klagenfurt die Stirn auf, jetzt hat ein Berliner Kollektiv, das sich 'Zentrale Intelligenz Agentur' (ZIA) nennt, den Preis, so heißt es, unterwandert."
Korrekturen: Niemand wollte irgendetwas "unterwandern" oder "durch schiere Fabrikation des Verlangten das schiere Funktionieren des Systems Bachmann-Preis bloßstellen", denn wir finden das System Bachmann-Preis ganz gut. Es hat keine Bloßstellung verdient.

Weitgehend humorfreie Zone (Wieland Freund / Konrad Becker, Die Welt, 5.7.2006): "Es handelt sich um eine präzise künstlerische Arbeit, die eine Vielfalt interessanter Fragestellungen aufwirft und durch ihren hypermedialen Meta-Text gleich doppelt preiswürdig ist. Diejenigen, die sich hier betrogen sehen, sind Teil der Inszenierung und leisten als solche einen großen Beitrag zum Unterhaltungswert. Die Authentizität künstlerischen Ausdrucks ist per se in Frage zu stellen."

Laufmasche im Netz (Marc Degens, Tagesspiegel, 2.7.2006) / Grimme-Preis, Bachmann-Preis, Weltherrschaft: Die Zentrale Intelligenz Agentur verändert unser Leben (leicht veränderte Fassung desselben Artikels bei satt.org): "Die Zentrale Intelligenz Agentur ist die Kaderschmiede der Off-Kultur ... Wie könnte die sich anbahnende ZIA-Weltherrschaft aussehen? Wahrscheinlich wird die 'Riesenmaschine' demnächst auf jeden Microsoft-Rechner standardmäßig installiert, Blogger dominieren den internationalen P.E.N.-Club und Jens Friebe ist Dauergewinner des Eurovision Song Contests. Erschiene dieser Artikel im Finanzteil der Zeitung, hieße der abschließende Rat: Sofort ZIA-Aktien kaufen!"
Korrekturen: Wolfgang Herrndorf würde nie "Unser Ziel ist die Weltherrschaft" sagen.

Und nächstes Jahr den Nobelpreis! (Harald Staun, FAZ / Spiegel Online, 2.7.2006): "Man kann die Ironie der ZIA zwar albern finden, aber man darf sich von ihr nicht täuschen lassen: Sie ist nur der Schutzschild hinter (und an) dem eine neue Generation von Autoren sehr ernsthaft arbeitet. Vermutlich können die einzelnen Mitarbeiter schon lange nicht mehr über sie lachen. Und trotzdem fühlen sie sich sehr gut aufgehoben in einer Gemeinschaft, die man heute so gern Netzwerk nennt, einer flexiblen Gruppe von Autoren und Kreativen, von Halb- und Wahl- und Gesinnungsberlinern, die vielleicht am ehesten das teilen, was man früher bei Suhrkamp und heute bei KiWi eine Kultur nennt: eine gemeinsame Haltung, einen gemeinsamen Stil - oder zumindest die Aversion gegen überholte Schreibweisen, gegen das, was Mitarbeiter Philipp Albers ganz einfach 'Erlebnisschrott' nennt.".
Korrekturen: Supatopcheckerbunny und Hilfscheckerbunny sind keine Figuren des Zeichners Tex Rubinowitz, es verhält sich vielmehr umgekehrt. Die Aussagen der Preisträgerin sind nicht "als Dreistigkeit gemeint", und es mangelt der ZIA keineswegs an Respekt vor dem Klagenfurt-Wettbewerb. Kathrin Passig hatte keine "Angst, als Buntstiftleckerin enttarnt zu werden", sondern schlimmstenfalls Angst, des Buntstiftleckens bezichtigt zu werden.

Das Prinzip Mehrdeutigkeit (Katja Lüthge, Welt am Sonntag, 2.7.2006): "Natürlich ist ein Interviewtermin mit einer Autorin, die so überlegen kaltblütig schreibt, angstbesetzt. Die schlimmsten Befürchtungen werden dann auch prompt von anwesenden Bekannten Kathrin Passigs bestärkt: zwischen Figur und Autorin gäbe es eigentlich keinen Unterschied."
Korrekturen: Der Siegertext war keine "Persiflage auf den Literaturbetrieb". Kathrin Passigs Verwandte waren durchaus in der Lage, die intellektuelle Hürde der Online-Abstimmung zu nehmen. Im Algonquin Park herrschte kein Schneesturm. Die Riesenmaschine ist keine "satirische Website". Der Text entstand zwar in ungefähr "dreizehn Tagen Jammern und einem Tag Arbeit", jedoch nicht in dieser Abfolge. "Die Wahl der Qual" ist nicht Passigs einziges Buch. Das Zitat aus dem Autorenporträt ist falsch.

Bachmannpreis für Kathrin Passig

Einer alten Tradition folgend, dergemäß jedes Jahr ein Vertreter der ZIA beim Klagenfurter Bachmannpreis lesen und einen Preis abräumen muss (2004: IM Herrndorf, Kelag-Publikumspreis, 2005: Senior Consultant Balkow, Ernst-Willner-Preis) hat Agentin Kathrin Passig beim diesjährigen mit ihrer Erzählung "Sie befinden sich hier" neben dem Bachmannpreis auch den Kelag-Pulikumspreis gewonnen. Ihr Vorstellungsvideo wurde in Eigenregie der ZIA hergestellt. Daran haben mitgewirkt: Lars Hubrich (Regie), Cornelius Reiber, Wolfgang Herrndorf, Sascha Lobo, Nadine Freischlad (Schnitt), Holm Friebe, Jan Bölsche, Peter Witzel (Musik).

Beruf: Schriftsteller (Georg Diez, Die Zeit, 17.8.2006): "Vielleicht war es tatsächlich einmal Passigs Absicht, den Betrieb zu prüfen - und nun fühlt sich wohl doch ganz gut an, dabei zu sein: Wer den Bachmann-Preis gewonnen hat, der weiß plötzlich auch, was man dem Betrieb schuldig ist. 'Ich finde es ja bedauerlich, dass sie selbst ihren Auftritt nun offenbar anders sieht', sagt Daniel Kehlmann, der den Klagenfurter Literaturwettbewerb immer einigermaßen schrecklich fand und für den Passigs Auftritt wie ein Exorzismus wirkte."
Ja, vielleicht war es so, wahrscheinlicher ist aber, dass es sich einfach so verhält, wie Passig angibt, wenn man sie danach befragt: nämlich anders. Haben Journalisten eigentlich Ohren?

Mit der Sorgfalt einer Laborantin (Dirk Knipphals, taz, 24.7.2006, längere Fassung des Tagesanzeiger-Beitrags)
Korrekturen: Der Satz, den man Kathrin Passig in die Tastatur tippen sieht, lautet natürlich nicht "Jeder Anschlag ein Anschlag auf das Nichts", sondern "Ich schreibe, damit man meine Finger beim Tippen filmen kann", Quelle dieses Irrtums ist vermutlich Sieglinde Geisel. "Ira Strubel" heißt Ira Strübel.

Worten folgen Taten (Katrin Schuster, freitag, 21.7.2006)

Ist der Text bloss eine Textmaschine? (Dirk Knipphals, Tagesanzeiger, 21.7.2006): "Ausserdem scheint sich diese Autorin auf den Bachmann-Preis noch nicht einmal gross was einzubilden: 'Wenn man da verliert, ist das keine Aussage über den Text, und wenn man da gewinnt, auch nicht.' Klagenfurt, sagt sie, sei für sie kein Massstab. Solche Sätze sagt sie nicht böse, sondern rein erklärend. Wie diese Autorin sowieso ein grosses Talent dafür hat, auf dem Teppich zu bleiben. In Klagenfurt geht es für sie darum, dass einige kluge Menschen, die Juroren, sich auf einen Text einigen. Dass der dann grosse Literatur und die anderen Texte schlechte Literatur seien, folgt für sie daraus nicht. Ohne damit Klagenfurt abwerten zu wollen. Über den Sieg gefreut hat sie sich aber natürlich dennoch."

Klagenfurter Spätlese (Ijoma Mangold, Süddeutsche Zeitung, 20.7.2006): "Kathrin Passig jedenfalls konnte dementieren, soviel sie wollte, es half nichts. Sie musste herhalten, um in ihrem Namen 'den Literaturbetrieb' (wie immer der ist) schadenfroh abzustrafen, oder sich selbst vorwerfen zu lassen, ein unsauberes Spiel gespielt zu haben. Solche Probleme möchte man haben! Auch die Tatsache, dass die beiden früheren ZIA-Klagenfurt-Autoren sich bedanken würden, weil ihre Texte zu bloßen Blendgranaten herabgestuft wären, wurde beherzt ignoriert. Noch heute ließ sich etwa die Tageszeitung Die Welt nicht davon abbringen, ihrer eigenen idée fixe - treu bis in den Tod - nachzurennen, indem sie Kathrin Passig vorwarf, die scheinbare Ironielosigkeit ihrer Dementis sei nur eine weitere Ebene einer Totalironie, der erlegen zu sein man ihr im selben Satz zum Vorwurf machte ... Manchen Zeitgenossen kann nicht mehr geholfen werden."

Alice in Klagenfurt (Wieland Freund, Welt, 18.7.2006): "Und genau deshalb kann man mit Passigs neuem Kommentar so wenig anfangen wie mit den alten. Vielleicht verspottet sie Literaturbetrieb und Authentizitätsreligion hier schon wieder, vielleicht auch zum ersten Mal, vielleicht weiß sie, daß Lewis Carrolls Alice gerne garstig ist, vielleicht aber kennt sie Carrolls Bücher auch bloß vom Hörensagen - so wie die Werke der Ingeborg Bachmann. Letzteres sagt sie selbst (shocking!), es muß aber, wie gesagt, nicht stimmen und ist letzten Endes auch bis zur völligen Trostlosigkeit egal. Ironie ist, wenn man nur noch reden kann und nichts mehr sagen."

Bachmannpreisträgerin Kathrin Passig: Humorloser geht's nicht (Martin Riemann, intro, 17.7.2006)

Autorin auf Probe: Nachforschungen bei der Bachmann-Preisträgerin Kathrin Passig (Sieglinde Geisel, Neue Zürcher Zeitung, 14.7.2006)
Korrekturen: "Die Website www.riesenmaschine" heißt eigentlich "riesenmaschine.de", also vornerum ohne www, aber dafür hintenrum mit de, und sie ist nicht "laut den Machern ein 'kollaborativer Gegenwarts- und Zukunftsforscher-Blog', weil die Macher nämlich zum Beispiel wissen, dass es "das Blog" heißt. Aber vielleicht ist das in der Schweiz ja anders. Sonst alles richtig, hurra!

Kathrin Passig: Zeit des Faktenwissens ist vorbei (Maik Söhler, Netzeitung, 14.7.2006)
Korrekturen: Das "Lexikon des Unwissens" wird nicht "immer Sommer" eines ungenannten Jahres erscheinen, sondern im Sommer 2007. "Man muss auch sehen, dass einige Journalisten mit Klagenfurt noch ein Hühnchen zu rupfen haben und sich freuen, dass Klagenfurt bloß gestellt wird" sollte heißen "sich freuen, weil sie glauben, dass Klagenfurt bloß gestellt wird", denn wo die Bloßstellung sein soll, das müsste uns erst noch mal jemand erklären.

"Die Jury ist unberechenbar" (Interview, Ralph Gerstenberg, tip Berlin, 13.7.2006)

Kathrin Passig "weiß fast nichts" über Ingeborg Bachmann (Europolitan, 13.7.2006)

Kathrin Passig: Die Riesenmaschinenwartin (Maik Söhler, Netzeitung, 13.7.2006)
Korrekturen: "Seit dem Start wächst die Zahl der Besucher um 1000 pro Monat", das sollte der Klarheit halber eigentlich "der täglichen Besucher" heißen. Und "Veranstaltungen organisieren", das erledigt in der ZIA Jörn Morisse und nicht Kathrin Passig.

Jongleurhaft elegant (Jochen Jung, Börsenblatt, 13.7.2006): "Da hat jemand noch nie, macht's dann in einem Tag und räumt 30.000 Euro ab. Ein Wahnsinn, gell? Aber der hat natürlich auch hier Methode, denn die Autorin hatte zwar noch keine Literaturliteratur geschrieben, wohl aber Sachbücher und vor allem die witzigsten Glossen, die man derzeit lesen kann, gehen Sie mal auf Riesenmaschine.de, da stehen Texte, die einen ganz zappelig machen vor Vergnügen." Anmerkung: Um das mit dem "einen Tag Schreibzeit" mal endlich richtigzustellen: Es hat drei Wochen gedauert, den Text zu schreiben. Natürlich sitzt man nicht drei Wochen vor dem Text und schreibt, aber ohne die Zeit drumherum geht es eben nicht.

Kathrin Passig: Frieren, lesen, abräumen (Maik Söhler, Netzeitung, 12.7.2006).
Korrekturen: In Klagenfurt sitzen natürlich nicht "18 Juroren", sondern nur neun. Kann aber sein, dass Passig das in der Hitze tatsächlich so behauptet hat.

Clash der Milieus: Kathrin Passig war schon da (Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau, 12.7.2006): "Das Schöne an dem Auftritt Kathrin Passigs war doch nicht zuletzt, dass er absolut unpeinlich war. Jedenfalls zeugt Passigs Beitrag 'Sie befinden sich hier' von einem schönen Sinn fürs Skurrile, Abseitige, Absurde und von einer Belesenheit, die erfreulicherweise in die Bereitschaft mündet, sich über Bildung, Bildungsdünkel, über wissenschaftliche Prunkbeispiele und bildungsbürgerliches Getue lustig zu machen."
Korrekturen: Die "beliebte Show 'Supatopcheckerbunny' heißt eigentlich Berlin Bunny Lectures. Holm Friebe hat keineswegs bestätigt, "den Traditions-Literatur-Lesewettbewerb 'unterwandern' zu wollen". Und es heißt nicht "irgendwo auf der Website der ZIA" "Bachmannpreis - na und?". Das steht auf der Website des Supatopcheckerbunnys und war Titel der Show im Juni 2005.

Bachmann-Preisträgerin weiß kaum etwas über Ingeborg Bachmann (Deutschlandradio Kultur, 12.7.2006)

Bachmann-Preisträgerin ist kein Trojanisches Pferd (Deutsche Welle, 10.7.2006)

Die benutzerfreundliche Welt (Martin Kölbel, Badische Zeitung, 10.7.2006): "Anders als die Universität eiert Passigs Preistext nirgends. Er hat sich das Jury-Prädikat 'besonders makellos' redlich verdient. Seine Pointen sind maßvoll gesetzt und lösten beim Vorlesen leise Lacher aus, obgleich Passig beteuert, sie habe die Komik nicht gewollt. Doch dank ihrer ist sogar der Kältetod ein Stück weit benutzerfreundlicher geworden."

Markenartikel sind unsterblich (Eckhard Fuhr, Die Welt, 8.7.2006): "Kann es wirklich sein, daß der Leser im Jahr 2006 noch Entzauberungsschmerzen fühlt, wenn sich herausstellt, daß der Autor eines Textes kein authentisches Ich, sondern eine Textwerkstatt ist?"
Herausstellt? Das wüssten wir aber.

Irgendwas steht wohl auch im "Buchreport", aber mangels Onlineausgabe kann man nur dank der Zusammenfassung im Perlentaucher erahnen, was.

Eins der besseren Interviews (von Holger Heimann) steht auch im "Börsenblatt", aber das ist so ganz und gar nicht online, dass wir hier nur die nackte Tatsache vermelden können.

Rot auf Weiß (Edo Reents, FAZ, 2.7.2006): "In Klagenfurt waren alle so verwirrt, dass sie sich über diese Autorin verdächtig einig waren."

Passend gemacht (Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 1.7.2006): "'Sie befinden sich hier' ist einer der smartesten Beiträge, die je in Klagenfurt gewonnen haben"
Korrekturen: Noch ist Neukölln kein "Bohème-Viertel", ach, noch lange nicht. Das Zitat von den "praktizierenden Intellektuellen" stammt nicht von Kathrin Passig, sondern von Harald Loch.

Bachmann, im dreißigsten Jahr (Andreas Isenschmid, Die Zeit, 29.6.2006): "Dann zeigte sich, wie so oft am letzten Tag, das kleine Wunder von Klagenfurt, und es zeigte sich diesmal besonders schön. Niemand kannte bis dahin Kathrin Passig als Belletristin, noch nicht einmal sie sich selbst."
Korrekturen: "Die ernste, enge, wortlose Lage einer Erfrierenden" könnte ebensogut die Lage eines Erfrierenden sein.

Schreiben kann ich ja, das mache ich jeden Tag (Harald Loch, Wiesbadener Kurier, 28.6.2006)
Korrekturen: Alle Interviewantworten sind mehr oder weniger frei erfunden, vor allem die letzte.

Der Schnee von morgen (Sebastian Leber, Tagesspiegel, 28.6.2006)
Korrekturen: Die "Geschichte von der Frau" könnte ebensogut eine Geschichte von einem Mann sein. Kathrin Passig ist nicht erst seit Jahresbeginn und durch den Rowohlt-Vertrag zum ersten Mal in ihrer Karriere nicht mehr arm. Drei der Berliner Klagenfurtkandidaten leben nicht "in der Umgebung der Weserstraße", sondern in der Weserstraße, ziemlich sicher jedenfalls (Passig, Brodowsky, wahrscheinlich Vennemann). Der weiße Hase stammt nicht aus einer Kneipeneröffnung in Neukölln, sondern aus einer Kneipenschließung im Prenzlauer Berg.

Die Luft in der Paprika (Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung, 27.6.2006): "Kathrin Passig ist keine Abgesandte der Literaturszene, noch, trotz ihrer lexikalischen Interessen, der klassischen Sachbuchwelt. Mit ihr hat ein neuer Autorentyp in Klagenfurt gewonnen. Ihr Text ist ein Versuchsballon in freier Prosa, hinter ihm steht kein literarisches Werk, sondern ein produktives Milieu. Darin überlagern sich Kulturen des Wissens und der Recherche mit Schreibroutinen, die aus der Sphäre der Gebrauchstexte stammen und mit den im Internet entstandenen Blogs."

Zu null (Fabian Lutz, junge welt, 27.6.2006): "Kathrin Passig kann das nicht mit anschauen und fordert den Text. Nach dieser traurigen Vorstellung wird es ihr leicht fallen zu glänzen. Und tatsächlich: Dem sonst so abwehrstarken Detering zieht es die Stiefel aus: 'Wir haben eine sehr gute deutsche Schriftstellerin entdeckt.' Passig stürmt, stoppt und zieht ab: Latte! Nachschuß von Weyand ins Aus, auch Ina Strelow kann das Blatt nicht mehr wenden."

Sie befinden sich fast hier. Es geschieht Ihnen nichts. (Elmar Krekeler, Die Welt, 26.6.2006): "Die Jury wartete auf Sonne wie Eidechsen im Frühling und war milde und vorsichtig. Dann fing die 36jährige Berlinerin Kathrin Passig an zu erzählen. Vom Erfrieren. Und allen wurde warm."

Die Vielbeschäftigte (Jörg Sundermeier, taz vom 26.6.06): "Dass Passig in der Lage sein würde, Belletristik zu verfassen, verwundert niemanden, der sie länger kennt."
Korrekturen: Kathrin Passig ist nicht oft müde, weil sie schnell ist, sondern weil sie Narkoleptikerin ist.

Interview im Deutschlandradio (Holger Hettinger, 26.6.2006)

Sieger ohne Relevanz (Jana Hensel, Zeit, 26.6.2006): "Eine Fingerübung, nichts weiter als eine Schreibkurs-Arbeit. ... Kathrin Passig hat keine Autorenstimme."
Korrekturen: Kathrin Passig hat Klagenfurt 2005 nicht "vor dem Fernseher", sondern vor Ort verfolgt.

Literarische Supernova aus Deggendorf (Raimund Meisenberger, Passauer Neue Presse, 26.6.2006): "Ich finde, dass der Parstweiher einer der schönsten Badeseen ist, die es überhaupt gibt. Der ist oben aufm Berg und man kann von Deggendorf bis Straubing sehen."
Korrekturen: "Eine Supernova ist das schnell eintretende, helle Aufleuchten eines Sterns am Ende seiner Entwicklung durch eine Explosion, bei der der Stern selbst vernichtet wird."

Ein ordentliches Metaphernschneegestöber (Uwe Ebbinghaus, FAZ, 26.6.2006)
Korrekturen: "Wolfgang Herrndorfer" heißt Wolfgang Herrndorf. "Früher habe ich ... viel an meinen Texten herumgefeilt. Das ist jetzt nicht mehr so." Ist es doch.

Was ist da los? Was ist da los? (Ijoma Mangold, Süddeutsche Zeitung, 26.6.2006): "Es ist ein Text, der beweist, wie erkenntnisstiftend Komik sein kann. Dass diese den Stil schärft und den Geist auf eine höchst kalkulierte Art zum Rasen bringen kann. Wie künftige Bücher von Kathrin Passig aussehen werden, kann man sich nicht leicht vorstellen. Doch kann man sich sicher sein, dass gerade darin ihre Einzigartigkeit liegen wird."

Das Jahr der fliegenden Herzen (Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau, 26.6.2006): "Eine so große Einigkeit im Urteil vermochte auf diesem Jubiläums-'Bewerb' ausschließlich die 36-jährige gebürtige Bayerin und Wahlberlinerin Kathrin Passig zu erzielen. Ihr flogen die Herzen zu; ihr Understatement, ihr Witz, ihre Bildungsverarsche, ihr gepflegtes Underground-Auftreten waren ultrasympathisch. Und ihr Text, der vom Sterben im Schnee handelt, ist wirklich komisch."
Korrekturen: "Zwei Frauen unterwegs zu einem harmlosen Spaziergang im Riesengebirge" - das Geschlecht des Erzählers oder der Erzählerin steht im Text eigentlich nicht drin.

Interview mit Claus-Ulrich Bielefeld (MP3) (Burkhard Müller-Ullrich, Deutschlandfunk, 25.6.2006)
Lieber Herr Müller-Ullrich, dass dieser Link hier fehlte, weil wir von dem Interview nichts wussten, ist noch lange kein Grund, uns "Arschgeigen" zu nennen.

Kopf des Tages: Bachmann-Preis im weißen Eis (Cornelia Niedermeier, Der Standard, 25.6.2006 / Printausgabe 26.6.2006)

Wie einmal in Klagenfurt etwas passierte (Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.6.2006): "Alles wie immer beim Bachmann-Wettbewerb: Jury-Routine, Langeweile, Lebensferne - doch dann kam Kathrin Passig".

Mit dem Erstlingswerk zum Olymp (Harald Loch, Passauer Neue Presse, 20.6.2006)
Korrekturen: Die "praktizierenden Intellektuellen" und die "ähnlich freien Menschen" sowie die letzten zwei Antworten hat Herr Loch erfunden.

Berlin Bunny Lectures

Presse über das Vorgängerformat der Après Bunny Formate, die Berlin Bunny Lectures:

intro März 2006: Ich hase euch zutiefst
Tagesspiegel: Auf Hasen warten
Tagesspiegel: Codes brechen, Western verstehen
Tagesspiegel: Im Schatten junger Häschenblüte
030: faces Supatopcheckerbunny
taz: Der neueste Häschenwitz
Berliner Zeitung: Wie geht Bunnydenken?
Morgenpost: Bunny erklärt die Welt und den Rest

T-Shirt-Hacking

Palimpseste sind antike oder mittelalterliche Manuskriptseiten, die in mehreren Schichten beschrieben wurden, und deshalb für Forscher besonders interessant sind. Das auf Fortschritt und Konsumkultur spezialisierte kollektive Weblog Riesenmaschine wendet dieses Prinzip nun auf seine Fan-T-Shirts an. Handverlesene Second-Hand-oder eingereichte Lieblings-T-Shirts mit Aufdruck werden mit dem Riesenmaschine-Schriftzug schwarz überdruckt. Jedes Shirt wird dadurch zum Unikat und erhält eine semiotische Vielschichtigkeit, anhand derer sich die Archäologie der Konsumgesellschaft betreiben lässt. Touristische Souvenir-Shirts sind ebenso darunter wie hochwertige Markenware aus vergangenen Jahrzehnten und New-Economy-Firmenshirts, deren zugehörige Firmen längst nicht mehr existieren. Auf der Brust tobt der Kampf der Zeichen, wobei der Sieger von vornherein fest steht: das markante Riesenmaschine-Logo, selbst ein Fundstück aus einem Jugendbuch der 60er Jahre. Nachdem die ersten 30 Palimpsest-Shirts, die im Sommer 2005 aufgelegt wurden, binnen kurzer Zeit vergriffen waren, umfasst die Neuauflage diesmal ca. 50 T-Shirts, die nach der Behandlung jeweils einen eigenen Titel und eine liebevolle Beschreibung erhalten und über die Website riesenmaschine.de geordert werden können.

Bilder zur freien Verwendung: Detail, T-Shirts 01, T-Shirts 02, T-Shirts 03, T-Shirts 04, T-Shirts 05, T-Shirts 06, T-Shirts 07.

Weitere Informationen unter: riesenmaschine.de/index.html?nr=20060403155314

Häufig geschriebener Quatsch

"... in Berlin Mitte, in der Zentralen Intelligenz Agentur ..." (Gunnar Lützow)
Die Zentrale Intelligenz Agentur ist eine ortlose Firma. Holm Friebe arbeitet in Mitte. Jörn Morisse arbeitet anderswo in Mitte. Kathrin Passig arbeitet in Kreuzberg. Christian Y. Schmidt arbeitet in Peking. Natalie Balkow arbeitet in Mönchengladbach. Cornelius Reiber arbeitet in Princeton. Philipp Albers arbeitet am Wannsee. Die Mitarbeiter der Riesenmaschine arbeiten sonstwo, z.B. in Toronto, Heidelberg und Berkeley.

"... [Holm Friebe und Sascha Lobo], die beiden Chef-Agenten ..." (Gunnar Lützow)
Wer Agent der ZIA ist und wer nicht, lässt sich problemlos hier nachlesen.

"... selbstverständlich wird zum Gespräch ... das Konsensgetränk Bionade gereicht ..." (Gunnar Lützow und so ziemlich alle anderen, und wenn mal nicht von Bionade die Rede ist, dann von Gesundheitstee, Tee aus der Thermoskanne und selbstgemachter Limonade)
Was macht die Erwähnung des zum Interview gereichten Getränks so unwiderstehlich für Journalisten? Tatsächlich trinken wir, wie andere Menschen auch, in der Hauptsache Wasser, Bier und Club Mate, die aber bisher niemandem erwähnenswert schienen. In Zukunft gibt's einfach gar nichts mehr zum Interview, so!

"Und Erfolge sind in keiner Weise davor geschützt, aufgekauft werden. So ist Kathrin Passig, noch vor ihrem Bachmann-Preis, vom Verbrecher Verlag zu Rowohlt gewechselt." (Wilhelm Trapp, Die Zeit)
"Kaum hatte Passig in diesem Sommer das Klagenfurter Wettlesen mit ihrem strategisch auf das Bachmann-Ritual am Wörthersee zugeschnittenen Text Sie befinden sich hier 'unterwandert', wechselte sie vom subversiven Verbrecher- zum lukrativen Rowohlt-Verlag." (Ingo Arend, Freitag)
"Und Kathrin Passig, die 2006 gemeinsam mit Holm Friebe bei den Verbrechern die Kolumnensammlung 'Das nächste große Ding' veröffentlichte, gewann dieses Jahr überaschend den Ingeborg-Bachmann-Preis plus Publikumspreis und kündigt ihr nächstes Buch bereits bei Rowohlt an." (Jan Süselbeck, literaturkritik.de)
"Noch hat [Jörg Sundermeier] Kathrin Passig, die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin 2006, im Repertoire. Doch sie hat bereits bei Rowohlt unterschrieben. 'Kleine Verlage können diese Summen irgendwann nicht mehr zahlen', sagt Sundermeier achselzuckend." (Angelika Rausch, Lausitzer Rundschau Online, wobei Jörg Sundermeier den Sachverhalt korrekt dargestellt hat und nichts für Frau Rauschs Version kann.)
Kathrin Passig hat 2000 ein Buch bei Rowohlt veröffentlicht, 2005 eins im Verbrecher Verlag und wird 2007 eins bei Rowohlt Berlin (der Vertrag wurde ein halbes Jahr vor Klagenfurt unterschrieben) und eins im Verbrecher Verlag veröffentlichen, also bitte Beispiele für das tragische Los der Kleinverlage anderswo suchen, danke.

Die Wahrheit über die ZIA

Zentrale Intelligenz Agentur (Wolfgang Herrndorf, erscheint im Frühjahr 2007 im Erzählungsband "Diesseits des Van-Allen-Gürtels" bei Eichborn Berlin)

Wo kommt das alles plötzlich her? (Holm Friebe, zitty 14/2006)

Die Wizards of ZIA (Christian Y. Schmidt, Nachwort zu "Das nächste große Ding", Verbrecher Verlag 2006)

Ich Ich Ich AG – Von Weltherrschaftplänen und dem Sinn einer ironischen Firmengründung (Philipp Albers, in: "Karriere ohne Vorlage - Junge Akademiker zwischen Studium und Beruf", herausgegeben von der Koerber-Stiftung, 2005)

Businessplanlosigkeit - Das erste Geschäftsmodell (Kathrin Passig / Holm Friebe, 2004)

It's a ZIA - Geschichte eines Firmennamens (Kathrin Passig / Holm Friebe, 2004)

Bericht von den niedlichen jungen Männern (Kathrin Passig über Holm Friebes 26. Geburtstag, aus einer Mail an Ira Strübel, August 1998)